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Das Wort hat nun die Presse...
| 15. Nov 2010 |
Main Echo |
Achterbahnfahrt durch die 80er Jahre
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Kabarett: Holger Edmaier in Obernburgs Kochsmühle
Obernburg Es geht also doch: Man kann in nostalgischer Wehmut in Erinnerungen schwelgen und dabei immer wieder (selbst-)ironische Distanz wahren! Bewiesen hat das am Samstagabend Holger Edmaier mit seinem zweiten Soloprogramm »Spielwiese - ein Eldorado für Bekloppte« in der Obernburger Kochsmühle. Und noch etwas zeigte der 38-jährige Musikkabarettist, Komponist und Texter aus Bremen:
Mit einer solchen Achterbahnfahrt durch die 80er Jahre zwischen Gefühlen und Gedanken kann man ein Publikum 100 Minuten lang begeistern und selbst kleinkunsterfahrene Zuhörer am Ende zu Beifall animieren, dessen Lautstärke auch so manchem Popkonzert Ehre machen würde. Mit einer sehr angenehmen Singstimme - zwischen Bariton und Tenor angesiedelt -, mit einer elegant- leichten Beherrschung von Klavier und Ukulele und mit einer erfrischend zurückhaltenden Performance und dennoch überzeugenden Bühnenpräsenz nahm Edmaier die Zuhörer mit auf seine Reise durch die 80er, durch »Eldorado - du gelobtes Land, das bisher keiner fand«. Wie er das machte, ließen schon seine ersten Sätze ahnen, mit denen er seine
Kindheit charakterisierte und gegen die er »Weicheier« von heute augenzwinkernd abgrenzte: »Wir hatten keine Schützer, wir hatten Jod.« Ernüchterungsprogramm Ganz zentral für die Wirkung des Programms: die Musik. Edmaier versetzte viele »mittelalterliche« Zuhörer mit seiner Version von deutschen Coversongs tatsächlich in eine wohlige Nostalgie, bevor er dann mit ironisch-sarkastischen Textschlenkern Juliane Werdings bedeutungsschwangere Balladen und Ingrid Peters Urwaldtrommeln erdete und so manchen Nostalgiker harmonisch, aber durchaus unsanft auf den Boden der Realität zurückholte.
Genau das passierte auch immer wieder, wenn er zu seinen Liebesliedern mit doppeltem Boden ansetzte. Wunderbar harmonisch setzten sie ein: Die sanfte, warme Stimme lullte die Besucher ein, und so manche Dame in den ersten Reihen, die sich für einige Sekunden durchaus musikalisch angeschwärmt fühlen durfte, merkte schnell, neben dem Gefühl gibt es auch noch den Verstand - und der lässt Nostalgie nicht dauerhaft zu. »Dornenvögel - war das nicht schön?« fragte Edmaier lockend, und als die ersten zustimmenden Äußerungen zu ahnen waren, setzte er blitzschnell nach: »Ja, das war nicht schön!« - eine Art Ernüchterungsprogramm und zugleich ein Leitmotiv des Programms über die 80er Jahren, in denen die Jugendlichen nur eine Chance hatten, an Geld zu kommen: »die Konfirmation«.
Im Programm von Holger Edmaier waren keine unvereinbaren Versatzstücke, sondern Elemente, die sich am Schluss zu einem harmonischen Gesamtbild rundeten. Nostalgie kann wunderschön sein, wenn sie intelligent und mit einem Augenzwinkern serviert wird.
Heinz Linduschka |
| 10. Nov 2010 |
Schaufenster |
Kabarett Tage eröffnet
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| 10. Nov 2010 |
Blick Aktuell |
Auftakt der Morenhovener Kabaretttage 2010
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| 20. Sep 2010 |
Westfälische Zeitung |
Wenn Pipi Langstrumpf mit Spongebob-Helm reitet
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| 26. Apr 2010 |
Saarbrücker Zeitung |
Tattooträger und Taliban Umschüler
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Höhere Unterhaltungsformen beim SR-Gesellschaftsabend
Kurzweiliger kann ein Kabarett kaum sein: Sei es, dass Holger Edmaier am Piano herzige Dankeslieder an die Telekom für seelenrettende Internet-Zwangsurlaube schmetterte oder unser aller Sorglosigkeit mit bitterbösen Atomkraft-Schlafliedchen für Kinder vorführte, seine Spitzen saßen. [...] |
| 12. Jan 2010 |
Badische Neueste Nachrichten |
Reimakrobat entdeckt verschollene Welt
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| 01. Dec 2009 |
Aachener Zeitung |
Wortakrobat mit Engelsgesicht...
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...und teuflisch spitzer Zunge
(sh) | 01.12.2009, 15:34
Eschweiler. Zwei Stunden Holger Edmaier im Talbahnhof: Unterhaltsam war es, musikalisch, komödiantisch, hin und wieder auch nachdenklich, ja fast melancholisch. Doch der Witz dominierte, allen voran der Sprachwitz. Zwei Stunden Holger Edmaier im Talbahnhof waren unterhaltsam und kurzweilig, weil anders.
Ein Pop-Kabarett zwischen 80er-Jahre-Revival und augenzwinkernder Kulturkritik. Ein Abend zum Beklopptwerden.
Kein Wunder, schließlich überschrieb der aus Bremen stammende Künstler seinen Auftritt mit “Spielwiese - ein Eldorado für Bekloppte”. Denn gerade Bekloppte, so der Virtuose an Klavier und Ukulele, gebe es in der heutigen Zeit immer mehr.
Zum Beispiel die Sicherheitswahn-Bekloppten: Nordic-Walking-Mütter mit Schutzhelm im Kölner Stadtpark, die ihre Sprösslinge in keimfreien Zonen erziehen. “Wir hatten damals keine Schützer, wir hatten Jod”, erinnerte sich Edmaier an im wahrsten Sinne des Wortes aufreibende Kindertage zurück. Getreu dem Motto: Es war zwar hin und wieder eklig, dafür aber gut für das Immunsystem.
Und heute? Da wollen diese zu wahren Allergie-Monstern erzogenen Nachwuchsmodels alle Popstars werden. “Ich stamme aus einer Generation, da war Ca(r)sten noch ein Vorname”, so das stolze Kind der 80er.
Damals war die Welt noch in Ordnung: Ohrring links oder rechts war eine klare Aussage, die Fragen der Zeit lauteten: Wann kommen die Russen und wann fällt die erste Atombombe? Und die rebellierende Jugend veranstaltete noch kein Komasaufen, sondern sprach ganz lapidar von Filmrissen.
Tiefschwarz sein Humor beim Thema Umweltpolitik: Benutze das unter Obama ja jetzt so grüne Amerika für den elektrischen Stuhl eigentlich Ökostrom?, fragt der launische Vollbartträger bedenkenlos.
Edmaier spielt amüsant mit alltäglichen wie skurrilen Geschichten von früher und heute. Auf seiner Spielwiese fühlt er sich wohl, selbst einem kleinen “Flirt” mit der einen oder anderen Zuschauerin ist er da nicht abgeneigt.
Sein ganz persönliches Eldorado ist der komödiantische Song: Ob nun das bitterböse Atomendlager-Schlaflied, sein “Drei Monate ohne Internet”-Klavierstück inklusive Telekom-Jingle oder die Hymne zum ersten Teenager-Kuss im Zahnspangenalter “Draht auf Draht” - Holger Edmaier singt mit spitzer Zunge und Engelsgesicht zugleich.
Wenn er zur Ukulele greift, verblassen Stefan Raabs zum Kult gewordene Raabigramme zur langweiligen Pfadfindermusik. Der Entertainer im ureigensten Sinne begeistert mit poetischer Wortakrobatik bei offensichtlichem Hang zum amüsanten Reim.
Zwei Stunden reine Freude
Zur Pause gibt er seinem Publikum mit auf den Weg: “Je mehr ihr jetzt trinkt, desto lustiger komme ich euch gleich vor.” Eine unnötige Aufforderung zum Lach-Doping. Edmaier zieht auch im zweiten Teil alle Register. Locker-beschwingt, Musik und Scherz - eine gelungene Mischung.
Geradezu grandios schließlich sein Abgang: Mit urkomischer Handpuppe lässt er das italienische Schmalz-Duo Al Bano und Romina Power aufleben: Aus “Felicita” wurde allerdings ein derbes “Leck mich am A...”.
Seine finale Peter-Maffay-Persiflage mit “Du” setzte dem Ganzen die Krone auf. Einhellige Meinung: Dieser Mann ist bekloppt! So bekloppt, dass zwei Stunden auf seiner Spielwiese die reinste Freude waren.
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| 08. Sep 2009 |
OPUS Kulturmagazin |
Umjubelt dank Nostalgie
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(zur St. Ingberter Pfanne)
Geschichten und Lieder aus einer Zeit, als „Casten“ noch nicht für die öffentliche Schmähung von angehenden Popstars stand, sondern ein Männername war, sind immer eine gute Wahl. Schlager, Chanson, Fernseherinnerungen sind der Stoff, aus dem Holger Edmaier sein Programm geknüpft hat. Das war eine sichere Nummer, denn hier findet sich jeder wieder. Und Holger Edmaier weiß, wie man ein Publikum unterhält. Das steht zweifelsfrei fest. |
| 19. Aug 2009 |
Nordbayrischer Kurier |
Holger, das Showgirl
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| Im Herzen eine Diva! Holger Edmaiers Vollbart konnte am Mittwochabend nicht darüber hinwegtäuschen: in ihm schlummert ein Schlagerkönig, ein Starlet der großen Gesten, ein Schmonzetten-Sänger mit dem Bewegungsarsenal einer Boyband. Als Höhepunkt und letzte Nummer beim dritten Bayreuther Skalpell in der Rosenau entfesselte er seine innere Diva, schmetterte sein Liebeslied ins Publikum, so dass man schließlich meinte Strasssteine auf Jeans und T-Shirt glitzern zu sehen. Ein Beifalls- und Bravosturm brandete auf, "Zugabe" schrien viele, noch bevor sich der Künstler verbeugte. Er hinterließ das beglückende Gefühl, das nur gute Entertainer oder ein heimliches Glas Prosecco zur Mittagszeit hervorrufen. Heiter und beschwipst vor Lachen verließen 120 Gäste das knapp dreistündige Kleinkunstevent, dass im Ganzen gut und an einigen Stellen hervorragend war. [...] |
| 06. May 2009 |
Bonner Generalanzeiger |
Die gute alte Zeit
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Weststadt.
Früher war zwar nicht alles unbedingt besser, aber auf jeden Fall anders. Kabarettist Holger Edmaier ist von dieser These überzeugt - und erläuterte sie im Kulturbistro Pauke mit vielen Beispielen. Sein Programm "Spielwiese - ein Eldorado für Bekloppte" bot einiges zum Lachen und weckte zugleich Erinnerungen an die "gute alte Zeit". Da ging es um Zwillen, Blasrohre und Markenklamotten, um das verhängnisvolle Schicksal zweier Zahnspangenträger beim ersten Kuss und Berufswünsche der Jugend: Früher wollten sie Zahnärzte werden, heute Popstars. Mülltrennung habe man früher zwischen Hundekot und Drogenspritzen auf dem Spielplatz gelernt. Außerdem "kannten wir damals noch kein Komasaufen, sondern Filmrisse". "Haben sich die Eltern früher weniger Sorgen gemacht?", fragte er. Fahrradhelme und Knieschützer habe es nicht gegeben - "Wer damals keine aufgeschürften Knie und Ellbogen hatte, galt als Stubenhocker." Mit Geschichten wie etwa die von der Nordic-Walkerin mit Sturzhelm deutete er dem begeisterten Publikum an, dass er seine Frage definitiv mit Ja beantworten würde.
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